Neuer Zweisterntaucher

 

 

 

Wir dürfen Marco Merten (Mitte) als neuen Zweisterntaucher beglückwünschen und ihm allseits "Gut Luft" auf seinen nächsten Tauchgängen wünschen. 

 

Jetzt geht auch noch Gold :)

 

Deine Ausbilder Michael Knapp (links) und Thomas Bettingen. 


Oktober 2022 Mitgliedertauchtour (keine Vereinstour)


Juli 2022:  Tauchertage

Liberté, égalité, plongée

Oder: Treffen sich ein Polizist, ein Physiker und ein Bestatter...

 

Was nach dem klassischen Start in einen 08/15-Witz klingt, ist tatsächlich mehr als nur eine anekdotische Randbemerkung zu unsren diesjährigen Tauchertagen 2022, die jedoch durchaus humoristisches Potential hat, das sich im Laufe unsres langen Wochenendes anfeuern wird. Uns, das sind als Organisatoren die Abt. Sporttauchen im Polizeisportverein Saar e.V., der TC Manta Saarbrücken und der TC Heusweiler-Riegelsberg sowie viele Teilnehmer aus weiteren befreundeten Vereinen, alle geeint in ihrer privaten und/oder beruflichen Schnittstelle: Der Leidenschaft, dem einzigen Hobby nachzugehen, bei dem einen schon die Vorbereitung ins Transpirieren und Pinguinwatscheln bringt.

So starten wir am 14. Juli, dem bekanntermaßen höchsten französischen Feiertag, nach Gravière du Fort, einem wunderbar angelegten See bei Straßburg. Der 2009 von mehreren zusammengeschlossenen Tauchvereinen zum Tauchgewässer erkorene ehemalige Kalkschieferabbau mit seinen bis zu  40m Tiefe lockt mit zum Teil glasklarem Wasser und Sichtweiten bis zu 15 Metern. So zeigt er sich auch schon beim ersten Tauchgang, angestachelt von exzessivem Sonnenschein über die letzten Tage wunderbar warm bei sogar in 6m Tiefe noch 22 Grad Celsius. Im Vergleich zu Außentemperaturen bis zu kreislaufuncharmanten 39 aber immer noch eine herrliche Abkühlung, sobald man es angerödelt über den fast glühenden Schotter bis zu unsrem zugeordneten Einstieg 2 geschafft hat und sich das Wasser endlich seinen Weg in den Halbtrockenanzug sucht...

 

In der Regel finden sich die schönen Momente wie auch die Herausforderungen des Tauchens doch zumeist unter der Wasseroberfläche. Mit einem Schmunzeln, da mit meiner tiefsten Abneigung konfrontiert, stelle ich fest: Hier jedoch bringt es einen an anderer Stelle trotz stets nachgefüllter Flaschen um die Luft. Man muss schon wahren Willens sein, die sanitär doch eher rudimentäre Einrichtung aufzusuchen. Aber die amüsierte Frage, ob es schwieriger ist, auf 40 m abzusteigen, oder einen Schritt in die Kabine zu machen, setzt sich sowieso an der Stelle außer Kraft, dass nach einem langen Tauchgang keine andere Wahl mehr bleibt. So einfach ist das. Wenn auch sich die Apnoefähigkeit an dieser Stelle spontan und temporär steigert oder zumindest der respektvolle Blick auf Befähigte. Die Hauptsache: Sie ist da und mehr muss sie nicht können. Und selten stand man vor einer Toilette mal NICHT in einer Schlange, auch schön. :-)

 

Schon der erste Tag wird mit einer Vielzahl von Tauchgängen ein voller Erfolg, der Abend steht im Zeichen Frankreichs. Und es wird spät. Wir haben uns zum Essengehen oder in die Stadt verabredet, haben nach den Anstrengungen des Tages Hunger und freuen uns auf gemütliches Zusammensein, Austauschen und das Programm im Herzen Straßburgs. Gekrönt wird der Flammkuchen von einem Feuerwerk, das scheinbar erst in Frankreich gelernt hat, wie es aussehen muss, und fallen nach dem Erreichen der letzten Bahn schon fast mit geschlossenen Augen ins Bett.

 

Und so klingelt am Freitag wie an den folgenden Tagen auch ziemlich urlaubsfern der Wecker schon um 6.30. Fast entspannend: War's am Anfahrtstag doch schon um 5.00. Doch die Vorfreude kennt keine Uhrzeit, aus unsrem nahe gelegenen Hotel fahren wir-Sesam,öffne Dich!- zu unsrem täglich neu errichteten Camp aus verschiedenen Pavillons und Biergarnituren sowie Tischen und improvisierten Rödelstationen. Was ungeahnt zügig funktioniert, greifen doch alle reibungslos Hand in Hand und schon ist unser kleines nautisches Woodstock errichtet. Denn dafür braucht es keine 400.000 Menschen, sondern einfach nur die Richtigen. Bei durchweg perfektem Wetter und dem Gefühl, gerade ganz weit aus dem Alltag weg zu sein, treffen sich über den Zeitraum von vier Tagen zu Hochzeiten am Freitag sogar bis zu 50 Teilnehmer im Alter von 13 bis 74 Jahren, täglich entsprechend flukturierend, wie es ein Jeder einrichten kann und will. So werden von den Betrauten täglich gewissenhaft neue Gruppen zusammengesetzt, um den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer von Ein-Stern bis Sonderkursen gerecht zu werden und die jeweiligen Aufgabenbereiche abzudecken und zu überprüfen. Herzlichen Dank für Eure Geduld, Planung, Arbeitseinsatz und Muse! Ebenso kommt auch der Spaß nie zu kurz, sich auf die Suche nach den im See eingerichteten Sehenswürdigkeiten zu machen, die zum Teil nicht einfach zu lokalisieren sind, oder seine geradezu zutraulichen Bewohner vor die Linse zu bekommen, die im Umgang mit ihren DTGabhängigen Fans sehr souverän und stargleich mal aus dem Blau auftauchen oder eben auch rar machen.

Am Sonntag bringen wir es zusammen auf sage und schreibe 17 Brevets durch die unterschiedlichsten Qualifikationen, erreicht in alleine hier 307 Tauchgängen. Und neben allen diesen Erlebnissen bleiben auch die Eindrücke aus Unter- und Überwasser wie Stempel in Erinnerung. Falls diese nicht ausreichen, so finden sich davon etwa so viele Fotos wie Anzahl der Teilnehmer mal Tauchgänge auf unsren Rechnern und Telefonen wieder. Ohne größere Zwischenfälle, wenn man von nicht mehr feucht-, sondern nass-fröhlichen, michelinmännchenvollgelaufenen Trockenanzügen absieht und dem offenscheinlichen Versuch eines Kollegen, sich beim Anrödeln mit einem spontanen Hieb seines Finimeters auf die höchsteigene Nase widerwillig aus dem anstehenden Tauchgang rauszunehmen. So funktioniert von der Bürokratie, die unsre Tauchgänge aus Sicherheitsgründen in allen Einzelheiten auf Papier festhält, über sämtliche Teile und Teilchen (Becher, zweite Schuhe, Taschenlampen, Tauchcomputer und Sonnencremes), die ihren Besitzer zeitweise verloren haben und verlässlich rückgeführt werden, bis auf den Belag der letzten Pizza am Samstagabend einfach alles, was uns dankbar und froh zurücklässt. Wenn man also auch viel gesehen(, gefeiert:-)) und erreicht hat, so bleiben auch für's nächste Mal noch viele Ideen, Ziele und Spaßfaktoren, die sicherstellen, dass wir diese Pavillons auch kommendes Jahr wieder dort aufschlagen.

Auf viele nice dives, nice dives...;-)

Bis zum nächsten Mal, wenn sich der Polizist, der Physiker und der Bestatter treffen!

 

Sarah Volz